HbA1c-Wert selbst berechnen

Der HbA1c-Wert ist ein Maß für den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der vergangenen 3 Monate. Dieser beschreibt den prozentualen Anteil glykosylierter Hämoglobine am gesamten Hämoglobin (roter Blutfarbstoff).

Formel:

HbA1c (%) = 0,031 · durchschn. BZ (mg/dl) + 2,393

Wenn Sie Ihre mittleren Blutzuckerwerte kennen, können Sie mit unserem Rechner annäherungsweise Ihren HbA1c-Wert berechnen:

Berechnung
mg/dl
%

Einstellungsqualität

sehr gut: bis 6%
gut: 6 - 7%
mäßig: 7 - 9%
schlecht: über 9%

Was bedeutet der HbA1c für den Diabetiker?

Zusammenfassung des Vortrags von Prof. Dr. Michael Krötlinger am 22. Mai 2001 in St. Pölten (übernommen aus: ADA Aktive Diabetiker Austria Nr. 48, Sept./Okt. 2001)

Zuckerthermometer Das Eiweißmolekül Hämoglobin (das den Sauerstoff im Körper transportiert) hat verschiedene Untergruppen, die mit Buchstaben (A, F, S usw.) bezeichnet werden. Jeder Eiweißkörper verbindet sich mit Traubenzucker. Je länger ein Eiweißkörper lebt und je höher die Zuckerkonzentration ist, ein desto höherer Prozentsatz des Eiweißkörpers verbindet sich mit Zucker.

HbA1c ist der mit Zucker verbundene ("glycosylierte") Anteil des Hämoglobins. Er wird in Prozent angegeben, bei Gesunden findet man Werte zwischen 3,4 und 6 % (je nach Bestimmungsmethode können geringe Unterschiede bestehen). Von einer guten Diabeteseinstellung kann man bis 6,5% sprechen, eine Einstellung mit geringem Risiko hat man bis 7,5%, darüber steigt das Risiko von Folgeerkrankungen der Zuckerkrankheit stark an.

Man muss davon ausgehen, dass ein mit Zucker verbundener Eiweißkörper schlechter funktioniert als ein normaler. Nachgewiesen sind solche Verbindungen mit Zucker neben dem Hämoglobin auch mit Eiweißkörpern der Zelloberflächen, der Gefäße, der Nervenscheiden, der Nierenkapseln und vielen anderen. Damit ist klar, daß das Risiko z.B. einer Nervenerkrankung bei schlechter Zuckereinstellung steigt, weil eben die Nervenscheiden nicht so gut funktionieren.

Das Hämoglobin eines roten Blutkörperchen bleibt für seine Lebensdauer von ca. 120 Tagen dem Blutzucker ausgesetzt - ist während dieser Zeit der Blutzucker hoch, steigt der Anteil des HbA1c stark an, in neu gebildeten Zellen ist er noch niedriger. Daraus ergibt sich eben die Funktion des "Langzeitzuckers" - es wird die Einstellung während der letzten ca. 6 - 8 Wochen angezeigt, gleichzeitig ist dieser das Bild der Belastung aller anderen Eiweißkörper.

Das "Zuckerthermometer" zeigt den Zusammenhang zwischen mittlerem Blutzucker und HbA1c.

Aus Ihren BZ-Messungen im Vergleich zum HbA1c ergibt sich die Verlässlichkeit. Sind z.B. Ihre gemessenen Werte durchschnittlich niedriger als dem HbA1c entspricht, messen Sie vermutlich zu falschen Zeiten (z.B. nur vor dem Essen)!

Sie machen Ihrem Arzt durch einen guten HbA1c-Wert zwar sicher auch Freude - wichtiger ist aber das Ergebnis für Sie und Ihre Zukunft, Ihre Lebensqualität!