Detailanleitung » Blatt Richtlinie

Wenn Sie die Eingabe beendet haben, können Sie sich durch Anklicken der Schaltfläche "Richtlinie" (Eingabeblatt rechts oben) die Ergebnisse auf den Bildschirm holen. Auf dem Blatt "Richtlinie" erscheint eine Zusammenfassung und statistische Auswertung Ihrer Daten.

Rechts neben der Tabelle finden Sie ein Diagramm mit den Tages-BE- und -I.E.-Werten samt einer Regressionsgerade aus den korrigierten und den unkorrigierten Werten.

Durch Anklicken der Schaltflächen "unkorrigierte Regressionsgerade" oder "korrigierte Regressionsgerade" wird die entsprechende Gerade ohne die jeweils andere allein angezeigt.


Felder und Schaltflächen (Kapitel durch Klicken ansteuern)
Name Beschreibung
Signifikanz

In der letzten Zeile der Tabelle wird die Signifikanz der Korrelation zwischen den BE- und I.E.-Werten angegeben. Die Signifikanz kann verbal folgendermaßen beschrieben werden:

  • 99% signifikant
  • 95% wahrscheinlich signifikant

Werte darunter werden nicht angegeben, weil ein Dosierungsvorschlag nur auf Basis einer mindestens "wahrscheinlichen" Signifikanz angezeigt wird. Anderenfalls wird der Dosierungsvorschlag automatisch als "ungültig" ausgewiesen. Dafür sind in erster Linie Sicherheitsüberlegungen maßgeblich (Hypogefahr!).

Dosierungsvorschlag:

Links unten und ocker unterlegt finden Sie die neu berechnete Dosierungsrichtlinie sowohl für Ihre korrigierten als auch für Ihre unkorrigierten Daten.

WICHTIG! Wenn zwischen den berechneten Dosierungsrichtlinien für korrigierte und unkorrigierte Daten deutliche Unterschiede bestehen, kann das als Hinweis gelten, dass Ihre bisherige Dosierung nicht optimal gewesen ist. In diesem Fall sollten Sie trotzdem nicht abrupt auf die neue Dosierung übergehen, sondern sich schrittweise "herantasten". Besonders, wenn die neue Richtlinie ein deutlich höheres Basisinsulin ausweist, sollte die Umstellung langsam erfolgen. Anderenfalls könnten Hypoglykämien die Folge sein.

Bei der neu berechneten Dosierungs-"Richtlinie" handelt es sich nur um einen Vorschlag, der vor Anwendung unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden muss. Jedenfalls erfolgt die Anwendung in voller Eigenverantwortung. Keinesfalls können aus diesen Vorschlägen irgendwelche Ansprüche, insbesondere Schadenersatz, abgeleitet werden.

Hinweis: Wenn im Dosierungsvorschlag "ungültig" erscheint, konnte keine brauchbare Dosierung berechnet werden. Das kann u.a. folgende Gründe haben:

  • Dokumentationsfehler (unrichtige Daten, Datenlücken)
  • Eingabefehler (z.B. nicht chronologische Ordnung der eingegebenen Tagesdaten)
  • Von Tag zu Tag stark schwankende Insulinwirkung (z.B. zeitweilig erhöhte Insulinresistenz)
  • Von Tag zu Tag stark variierender Glucosebedarf (wie bei sehr unterschiedlicher körperlicher Aktivität)
  • Häufige Hypos mit reaktiver Glucoseausschüttung (Achtung auch auf übergangene nächtliche Hypos!)
  • Glucoseausscheidung über den Harn (Harnverluste bei länger anhaltenden BZ-Konzentrationen über der Nierenschwelle)
  • Neubildung von Glucose nach außergewöhnlichem Fettgenuss
  • Unsystematische BE-Fehlschätzungen
  • Allgemein instabile Stoffwechsellage (bspw. Infektionskrankheit)
  • Zu geringe Bandbreite ihrer täglich aufgenommenen Broteinheiten (Verwenden Sie daher möglichst Tage mit kleinen und großen BE-Mengen als Datengrundlage.)

Im Fall eines "ungültigen" Dosierungsvorschlages dürfen auch aus der berechneten Regressionsgerade ("Dosierungsgerade") keine therapeutischen Schlüsse gezogen werden.

Dosierungsvorschlag - gültig ab:

Es bestehen Hinweise, dass bei ungewöhnlich geringer BE-Aufnahme der Basisinsulinbedarf sinkt. Die Dosierungsrichtlinie gilt daher nur für Ihren "üblichen" täglichen BE-Verzehr. Die Untergrenze Ihrer "üblichen" Tages-BE-Aufnahme wird durch den Mittelwert Ihrer Tages-BE abzüglich der Standardabweichung definiert. Die Dosierungsrichtlinie gilt daher nur für Tage, an denen mindestens so viele BE gegessen werden, wie es dieser Untergrenze entspricht.

WICHTIG! Wenn Sie vorhaben, weniger BE zu essen als die Untergrenze der Dosierungsrichtlinie (insbesondere beim Fasten), sollten Sie Ihr Basisinsulin reduzieren. Anderenfalls könnten eventuell Hypoglykämien eintreten.

Dosierungsvorschlag - "Basisinsulin": Dieser Wert umfasst den Tagesbedarf an Basisinsulin einschließlich dem basalen Normalinsulin morgens. - "Basisrate"
Dosierungsvorschlag - "Insulin pro BE": Umrechnungsfaktor von BE auf kurz wirksames "Essensinsulin" - "Bolusrate"
Dosierungsvorschlag - "1 BE hebt um": Dieser Wert entspricht dem Wert im Eingabeblatt.
Dosierungsvorschlag - "1 I.E. senkt um":

Dieser Wert wird durch Division des Wertes "1 BE hebt um" durch den Umrechnungsfaktor "Insulin pro BE" ermittelt.

Erklärung: Der Grund für diese Vorgangsweise liegt in folgender Überlegung: Sie wissen aus Erfahrung, dass Ihr BZ-Wert nach Aufnahme von 1 BE um beispielsweise 70 mg/dl ansteigt. Weiters wissen Sie aus der vorangegangenen Berechnung, dass Sie für 1 BE z.B. 1,6 I.E. Essensinsulin spritzen müssen. Denknotwendigerweise müssen Sie dieselbe Insulinmenge auch spritzen, wenn Sie vor dem Essen vergessen haben, Insulin zu verabreichen und diese Verabreichung erst nach dem Essen (also zur Korrektur) erfolgt. Um den BZ-Anstieg von 1 BE (= 70 mg/dl) auszugleichen, benötigen Sie daher 1,6 I.E. D.h., wenn Sie nur 1 I.E. spritzen, wird Ihr Blutglucose-Wert nur um 70/1,6 mg/dl, demnach um 43,8 mg/dl gesenkt. Der Wert für "1 I.E. senkt um" beträgt daher für dieses Beispiel 43,8 mg/dl.

Ergebnisverbesserung:

In die Berechnung des linearen Trends für die korrigierten Tages-Insulindosen geht der eingegebene Wert für "1 I.E. senkt um" ein (siehe Kap. Dateneingabe - "I.E.-Korrektur"). Nun kann es aber sein, dass der neu berechnete Wert für "1 I.E. senkt um" vom eingegebenen Wert abweicht. D.h., die Trendlinie wurde auf Basis eines Wertes berechnet, der für sie nicht exakt gültig ist. Um diesem Problem abzuhelfen, wird durch Iteration eine Trendlinie berechnet, bei der Ausgangs- und Endwert von "1 I.E. senkt um" identisch sind. Zwar wirkt sich der Wert "1 I.E. senkt um" nicht sehr bedeutend auf die Ergebnisse aus, die Iteration führt aber doch in vielen Fällen zu einer gewissen Ergebnisverbesserung und jedenfalls zu einem konsistenten Resultat.

Der Iterationsprozess wird durch Anklicken der Diagrammfläche im Blatt "Richtlinie" oder der Schaltfläche "Ergebnisverbesserung" oder durch Drücken der Tastenkombination [Strg]+[Shift]+v (auch aus den anderen Blättern) ausgelöst. Dabei wird der Eingabewert von "1 I.E. senkt um" entsprechend verändert.

Schaltflächen

Name Beschreibung
Eingabeblatt: führt Sie zum Eingabeblatt.
Zusammenfassung: führt Sie zum Blatt "Zusammenfassung".
Alle Blätter anzeigen: Alle Blätter der Arbeitsmappe (Eingabe, Richtlinie, Zusammenfassung) werden (registerblattartig übereinandergelegt) eingeblendet. Sie können dann durch Anklicken der Registerlappen oder durch die Tastenkombinationen Strg+up und Strg+down von Blatt zu Blatt navigieren.
Unkorrigierte Regressionsgerade: zeigt im Diagramm nur die unkorrigierte Dosierungsgerade an.
Korrigierte Regressionsgerade: zeigt im Diagramm nur die korrigierte Dosierungsgerade an.
Beide Regressionsgeraden: zeigt im Diagramm die korrigierte und die unkorrigierte Dosierungsgerade an.
Handbuch:
(Symbol mit Bücherstapel)
öffnet eine Gebrauchsanweisung.